Bunte Ecke

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Unser Geld auf der Bank

Was geschieht mit unserem Geld, wenn wir es zur Bank bringen? PRIMAX-Reporter Luca will es genau wissen und schaut sich in der Zentrale der Volksbank Mittelhessen in Gießen um.

Aus der Spardose

32 Euro und 21 Cent! So viel hat Luca in den letzten Monaten in seine Spardose geworfen. Heute will er das Geld auf sein Konto einzahlen. Als Luca die Volksbank betritt, begrüßt ihn Rebeca Gabriel an einem der Beratungstische. Gemeinsam mit der Bankmitarbeiterin öffnet Luca die Spardose. Dann schüttet Rebeca die Münzen in einen speziellen Kunststoffbeutel. Direkt auf den Beutel schreibt sie wichtige Informationen: An welchem Tag und in welcher Bank wird das Geld eingezahlt? Wie sind der Name des Kontoinhabers und die Kontonummer? Auf dem Beutel kleben zwei Streifen mit einem sogenannten Strichcode und einer langen Zahl mit 20 Ziffern. Rebeca zieht den zweiten Streifen ab und gibt ihn Luca. Wenn das Geld auf seinem Konto angekommen ist, wird Luca die lange Zahl auf seinem Kontoauszug wiederfinden. Zusätzlich füllt Rebeca noch einen Einzahlungsschein mit den gleichen Informationen aus. Das Original kommt in den Beutel. Die Kopie erhält Luca. Damit kann er jederzeit beweisen, dass er heute Geld auf sein Konto eingezahlt hat. Als Bankkunde würde Luca jetzt nach Hause gehen. Doch heute ist er auch PRIMAX-Reporter. Und so fährt er mit Rebeca im Aufzug eine Etage tiefer.

Wo Maschinen zählen und sortieren

Was Luca im Untergeschoss sieht, unterscheidet dieses Volksbankgebäude von vielen anderen, kleineren Filialen. Als Hauptkasse ist hier die Zentrale von rund 100 Filialen in Mittelhessen. Das Geld aus all diesen Geschäftsstellen kommt hier an, muss bearbeitet und weitergeleitet werden, genau wie Lucas Erspartes. Mit mehreren Geräten und Maschinen, Regalen und Rollwagen sieht es in diesen Räumen gar nicht wie in einer Bank aus.

Ein Mitarbeiter nimmt Lucas Beutel und schüttet den Inhalt in einen Trichter. Diese Maschine trennt die acht Sorten von Euro- und Cent-Münzen voneinander und lässt sie durch breite Schläuche in verschiedene Metallkisten hineinfallen. Mehr noch: Sie zählt auch den Wert aller Geldstücke zusammen, ganz automatisch. Der Mitarbeiter braucht nur noch die Summe von einer Anzeige abzulesen und am Computer Lucas Konto gutzuschreiben. Solche Maschinen gibt es auch für Banknoten. Sie erkennen sogar, ob Geld beschädigt, gefälscht oder übermäßig verschmutzt ist. Lucas Münzen sind in Ordnung. In seiner Spardose waren tatsächlich 32 Euro und 21 Cent.

Ein Zimmer voller Geld

Luca und Rebeca folgen dem Container mit den 2-Euro-Münzen. Nach wenigen Metern stehen sie vor einer besonders gesicherten Tür. „Tresorraum“ steht auf einer Klingel. Der Mitarbeiter hinter der Tür vergewissert sich über eine Videokamera, wer hereingelassen werden möchte, dann erst öffnet er. Im Tresorraum ist nicht nur die gepanzerte Tür zum eigentlichen Banktresor. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich eine Panzerglasscheibe. Dahinter liegt die Sicherheitsschleuse, an der mehrmals täglich Geldtransporter ankommen.
Der sicherste Ort in jeder Bank ist der Tresor. Staunend steht Luca vor der dicken Stahltür. Sie lässt sich nur mit unterschiedlichen Zahlenkombinationen und Schlüsseln öffnen, die auf mehrere Mitarbeiter verteilt sind. Extra für PRIMAX wird der Tresor für kurze Zeit geöffnet – und Luca darf hineingehen! Auch wenn die Wände aus dickem und hartem Stahlbeton bestehen, sieht das Innere des Tresors fast wie ein normales Zimmer ohne Fenster aus. Die Münzen sind in Regalen aufgeschichtet, die Banknoten in zusätzlich gesicherten Schränken untergebracht. Noch einmal umschauen, dann muss Luca den Tresor wieder verlassen. Sicherheitshalber!

Fotos: Gerhard Bayer
Oktober 2013