Bunte Ecke

Probieren

Überall auf der Welt: Indianerpflanzen

Ob Tomaten, Kartoffeln, Paprika oder Erdnüsse: Die Nahrung der früheren Indianer bestimmt ganz stark, was heutzutage auf der ganzen Welt gegessen wird. Die -Reporter Letitia und Luca besuchten den Palmengarten in Frankfurt am Main. Sie fanden heraus, dass die Ureinwohner des amerikanischen Kontinents zu den größten Pflanzenexperten der Welt gehörten.


Was bedeutet das Wort Indianerpflanzen?

Um in der Natur zu überleben, jagten und fischten die Ureinwohner Amerikas. Doch sie sammelten auch Pflanzen, verfeinerten und bauten sie in Gärten und auf Feldern an. So entstand über viele Jahrhunderte hinweg ein riesiger Wissensschatz über Tausende von Pflanzenarten. Ähnlich wie die beiden PRIMAX-Reporter im Palmengarten wanderte einmal ein Wissenschaftler mit einem Indianer durch den südamerikanischen Regenwald. Der Indianer zeigte ihm 2000 verschiedene Pflanzen, die sein Stamm nutzte: als Lebensmittel, als Arzneimittel und zum Bauen von Alltagsgegenständen und Behausungen.

Wie kamen Indianerpflanzen auf andere Kontinente?

Vor rund 500 Jahren drangen erst Seefahrer, später Goldsucher und Siedler aus Europa in das Land der Indianer ein. Dadurch erfuhren immer mehr Menschen auf anderen Kontinenten von den unzähligen nützlichen Pflanzen der Indianer. Viele dieser Pflanzen, zum Beispiel Kartoffeln und Mais, konnten weltweit fast überall angebaut werden. Andere Pflanzen wie Ananas und Papaya brauchen ein ganz bestimmtes Klima. Deshalb gedeihen sie nur in Regionen mit ähnlichen Bedingungen
Sonnenblumen waren für Indianer supernützlich: Aus den Kernen stellten sie Öl und auch den Teig für Brot und Kuchen her. Die Blätter und Stängel wurden zu Saft und Brei gepresst. Bei giftigen Bissen und Verletzungen halfen Umschläge aus Sonnenblumenblättern. Das weiße Mark in den Stängeln war ein beliebter Kaugummi.
Kakaobäume tragen ihre schweren Früchte nah am Stamm, weil kein Zweig ihr Gewicht aushalten könnte. Aus den Kernen stellten die Indianer das erste Schokogetränk der Welt her: Dieses Xocolatl wurde mit Chili und Vanille gewürzt. Da Kakaobohnen wertvoll waren, wurden sie wie Geld als Zahlungsmittel benutzt.
Agaven sind Wüstenpflanzen und speichern zuckerhaltiges Wasser: Mit dem Agaven-Dicksaft süßten die mittelamerikanischen Indianer ihre Speisen. Viele Agaven tragen an ihren Blättern hauchdünne Fasern. Daraus fertigten die Indianer Agavenseide und webten damit zum Beispiel Taschen, die auch Letitia gut gefallen.
Fotos: Gerhard Bayer, Palmengarten der Stadt Frankfurt am Main, Dorling Kindersley Verlag
November 2014