Bunte Ecke

Probieren

„Wann sieht eine gezeichnete Wurzel wie Holz aus?“

Als Bilderbuch-Künstlerin hat Susanne Smajic bisher mehr als 40 Kinderbücher gemacht. Im Interview erzählt sie, wie ihr Interesse am Malen und Zeichnen begann.

Kannst du dich daran erinnern, wann du zum ersten Mal gemalt und gezeichnet hast?
Solange ich denken kann, hatte ich immer und überall einen Zeichenblock, Wachsmalkreiden und Stifte dabei. Mein Vater hat uns Kindern oft Märchen vorgelesen. Dazu malte und zeichnete ich fantasievolle Bilder.

So geht es ja vielen Kindern. Wann hast du gemerkt, dass es mehr ist als ein Hobby?
Als Jugendliche interessierte es mich sehr, detailgetreu zu zeichnen und zum Beispiel die Bewegungen von Tieren bis auf jeden Muskel und jedes Härchen genau festzuhalten. Nach dem Abitur besuchte ich ein Jahr lang eine Kunstschule. Dort konnte ich vieles ausprobieren, zum Beispiel: Wie kann ich eine Blechkanne oder eine knorrige Wurzel so zeichnen, dass sie nach Metall oder Holz aussehen?

Danach bist du deinen Weg weitergegangen und hast studiert. Wie kamst du dabei auf ein Studium, das sich auch ums Gestalten von Büchern dreht?
Ich hatte immer großes Interesse an Büchern und daran, wie man Geschichten mit Bildern gestalten kann. Vielleicht auch, weil ich meinen Vater so oft mit einem Buch in der Hand erlebt habe. Wie zuvor in der Kunstschule habe ich auch beim Studieren weiter ausprobiert, was ich interessant fand und was mir am meisten lag. So lernte ich nicht nur kennen, wie Bücher gebunden und gestaltet werden. Ich habe mich auch sehr mit dem Zeichnen und mit der Technik der Druckgrafik befasst. Dazu gehören auch Radierungen.

Bei Radierungen gravierst du in Metallplatten und druckst mit einer Radierpresse. Gefällt es dir, neben dem Malen und Zeichnen auch handwerklich zu arbeiten?
Ja. Mein Großvater war Schreiner. Und mein Vater hat viele unserer Kinderzimmermöbel nicht gekauft, sondern in seiner Holzwerkstatt selbst hergestellt. Dort baute ich zum Beispiel ein Puppenhaus mit kleinen Tischen, Betten und Stühlen, die ich anschließend bunt angemalt habe.


Wie unterschiedlich die Bilder von Susanne Smajic aussehen, könnt ihr euch im Internet anschauen: www.susanne-smajic.de