Bunte Ecke

Probieren

Mutig an der Wand hoch

Ob auf einem Baum, einem Gerüst oder an einer Wand: Klettern macht Spaß! Wer zuvor wichtige Kniffe lernt, kommt oben leichter und sicherer an und erreicht auch wieder heil den Boden.

So ruhig wie Profis zurren Caroline und Luca ihre Klettergurte fest. Caroline kommt seit mehr als einem Jahr, Luca schon seit fünf Jahren regelmäßig in die T-Hall in Frankfurt am Main. In dieser Kletterhalle gibt es die unterschiedlichsten Angebote für Kinder und Jugendliche: vom Schnupperklettern über Ferienkurse und Kletterausflüge für Schulklassen bis hin zu Klettergeburtstagspartys und dem Kletterclub, der einmal pro Woche stattfindet. Erfahrene Trainer zeigen und erklären alles Wichtige rund ums Klettern. Mitmachen kann jeder, der mindestens acht Jahre alt ist.

11 Meter hoch sind die Kletterwände in der Frankfurter Halle. Wenn Luca in dieser Höhe ins Leere greift oder mit einem Fuß ausrutscht, muss er sich darauf verlassen können, dass ihn Caroline unten mit dem Seil absichert. Und sollte Caroline beim Klettern einen Fehler machen und den Halt verlieren, muss auch sie darauf vertrauen, dass Luca vom Boden aus das Seil gespannt hält und sie vor dem Absturz bewahrt. „Das ist ziemlich viel Verantwortung", sagt Luca. Beide haben gelernt, sich in jeder Sekunde zu konzentrieren. Klettern – das ist kein Computerspiel, in dem man herunterplumpst und sofort wieder aufsteht. Anfangs hatte ein Trainer das Sicherungsseil gehalten, dann durften Caroline und Luca selbst ran.

Was ist das Besondere am Klettern?

In einigen Sportarten kommt es mehr auf die Beine an, in anderen mehr auf die Arme. Beim Klettern sind alle Körperteile gleich wichtig. Mal einen Fuß nach rechts oben setzen, sich mit dem Bein hochdrücken, um besser zu stehen, mal das Körpergewicht ein paar Zentimeter nach links verlagern, dann mit einer Hand loslassen und sich zum nächsten Griff recken. „Nur mit den Händen klettern, das schafft niemand lange. Ich bin eher wie ein Äffchen, das mit allen vieren klettert", schildert Caroline und beginnt einen neuen Aufstieg. Bald hat sie den überhängenden Teil der Kletterwand erreicht und scheint an der Decke zu kleben: Wie kann sie sich dort halten? „Beim Klettern ist es wichtig, den ganzen Körper anzuspannen. Dadurch verteilen sich Carolines Kräfte auf alle Hände und Füße", erklärt der Trainer. „Wenn der Körper wie ein Brett angespannt ist, fallen auch Liegestütze leichter."

Willst du es auch einmal probieren?

Wo gibt es in Deutschland überall Kletterhallen? Was haben sie zu bieten? Was kostet ein Besuch? Das erfährst du im Internet in der Kletterhallensuche des Deutschen Alpenvereins: www.alpenverein.de/DAV-Services/

Mai 2019
Fotos: Gerhard Bayer