Wissen / Reportage

Bunte Welt

Schwerelos forschen

Mit einer Rakete fliegen, schwerelos durchs Weltall schweben, wichtige Experimente überwachen: Davon träumen viele Millionen Kinder in allen Ländern. Wir zeigen dir, wie Astronautinnen und Astronauten ausgebildet werden und was sie für ihren Beruf mitbringen müssen.

Drei Raumfahrer aus drei Ländern starteten Anfang Juni mit einer Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur Raumstation ISS: die US-Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor, der Russe Sergei Prokopyev und Alexander Gerst aus Deutschland (auf dem Foto von links nach rechts). Bis Dezember werden sie sechs Monate lang an Bord der Raumstation wohnen und 50 wissenschaftliche Experimente durchführen. Jeder der drei hat sich jahrelang vorbereitet und dafür trainiert. Das ist wichtig, denn Fehler oder Unachtsamkeiten sind im Weltraum oft lebensgefährlich.

Wie wird man Astronautin oder Astronaut?

Die Ausbildung dauert mindestens vier Jahre und besteht aus drei Teilen: Es beginnt mit der 18-monatigen Grundausbildung im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln. In dieser Zeit geht es darum, alles Wichtige über die Raumfahrttechnik zu lernen. Dazu gehört zum Beispiel auch: Roboter steuern und Flugzeuge fliegen. Und es wird geübt, worauf es außerhalb der Raumstation bei Einsätzen im Weltall ankommt. Allgemeine Einsatzvorbereitung heißt der zweite Abschnitt. Um später an Bord der Raumstation ISS sicher und schnell arbeiten zu können, wird zum Beispiel jeder mögliche Handgriff in originalgetreuen Modellen (Simulatoren) trainiert. Auch wissenschaftliche Experimente können in einem Modell des ISS-Labors geübt werden. Wie lange dieser Teil dauert, hängt davon ab, welche Aufgaben die Astronautin oder der
Astronaut in der Raumstation übernehmen soll. Wer so weit gekommen ist, steht auf einer Warteliste. Wer wirklich zur ISS fliegen wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch ungewiss. Die Entscheidung ist gefallen: Wer für einen der nächsten Flüge zur Raumstation eingeplant ist, startet jetzt mit der Einsatzausbildung. 30 Monate, also zweieinhalb Jahre lang, bereitet sich das Team der ausgewählten Astronautinnen und Astronauten auf das Leben und Arbeiten in der ISS vor. Alles wird noch genauer als zuvor geübt. Auch wichtig: Wie können lebenswichtige technische Apparate repariert werden?
Was tun bei einem Unfall? Schließlich ist meistens kein Arzt an Bord. Der zweite und der dritte Teil der Ausbildung finden nicht nur in Köln statt, sondern auch in den USA, in Kanada, Russland und Japan. Danach kann es losgehen. Der Countdown läuft ...

Fotos: European Space Agency (ESA)
August 2018