Wissen / Reportage

Bunte Welt

Achtung, Aufnahme!

Das neue PRIMAX-Hörspiel ist fertig: Abenteuer im Spukschloss! In Tonstudios in Hamburg und Berlin wurde alles aufgenommen. Mit dabei war auch Daniel Kirchberger. Der 15-Jährige hat als Sprecher bereits in vielen Hörspielen, Filmen und Fernsehserien mitgewirkt.

Und darum geht es

Zu einer Almhütte in den Bergen soll der Ausflug der neuen Schulklasse unserer PRIMAX-Freunde führen. Natürlich ist auch Sam dabei. Doch in einem heftigen Schneesturm bleibt der Bus stecken. Dunkelheit bricht herein. Bei ihrer Suche nach einer Unterkunft stoßen die Schüler auf ein geheimnisvolles, verlassenes Schlosshotel. Einziger Bewohner scheint Igor, der Hausmeister, zu sein. Merkwürdiges und Schauriges geschieht in dieser Nacht. „Da draußen!“, ruft Tina voller Entsetzen. „Vor dem Fenster! Da fliegt ein riesiger Schatten immer hin und her.“ Die PRIMAX-Freunde lassen sich davon nicht abschrecken, sie wollen das unheimliche Rätsel lösen. Plötzlich stürzen Marc und Mike durch eine Falltür in die Tiefe – und kommen in einer Art Labor wieder zu sich ...

Daniel, der Sprecher

Der Schneesturm wird immer heftiger. Für den Bus voller Schüler gibt es kein Weiterkommen. „Wahnsinn, das ist ja wie eine Wand aus Schnee!“, ruft Daniel ins Mikrofon, gestikuliert dabei mit seinen Händen und macht ein verzweifeltes Gesicht. Das Entsetzen über die Naturgewalt ist in seiner Stimme deutlich zu hören. „Sehr gut, Daniel, das war perfekt!“, lobt Regisseur Sven Schreivogel den 15-Jährigen, der im neuen PRIMAX-Hörspiel die Rolle des Schülers Felix übernommen hat. Daniel Kirchberger wirkt seit seinem fünften Lebensjahr als Sprecher bei Hörspielen, Filmen und Fernsehserien mit. Der erste Kontakt zu dieser Welt war kein Zufall. „Ich bin über meine Familie hineingewachsen“, sagt Daniel und lächelt. Sein Opa war ebenfalls Sprecher, außerdem Regisseur bei TV-Serien, und er schrieb Drehbücher. Daniels Vater ist von Beruf Mediengestalter und arbeitete zum Beispiel bei der Fernsehserie „Sesamstraße“ mit. „Auf Synchronrollen kann ich mich nicht vorbereiten“, schildert Daniel: „Der Regisseur erklärt mir erst im Studio, worum es in jeder nächsten Szene geht. Innerhalb von Sekunden muss ich mich in die passende Stimmung hineinfallen lassen und meinen Text nach den Lippenbewegungen der Schauspieler sprechen.“ Die Mitarbeit in Hörspielen ist weniger stressig. „Da kann ich mir zu Hause das Drehbuch in Ruhe durchlesen und mir meine Texte genau ansehen.“ Doch wenn im Aufnahmestudio das Mikrofon eingeschaltet wird, spürt Daniel ebenfalls Druck. Jeder Fehlversuch, jedes Wiederholen der Szene kostet Nerven, Zeit – und damit auch Geld.

So entsteht ein Hörspiel

Fast 50 Seiten dick ist das Drehbuch zum neuen PRIMAXHörspiel. Darin steht genau, was in der Geschichte passiert, in welcher Reihenfolge die Personen auftreten und was sie miteinander reden. Im Tonstudio wird aufgenommen, was die Sprecher der verschiedenen Rollen sagen, und dann alles im PC gespeichert. Zuvor stellt Tontechniker die Mikrofone im Aufnahmeraum ein. Die Wände sind mit Schaumstoff und Dämmplatten verkleidet: Die Stimmen der Sprecher sollen auf keinen Fall hallen. Wenn sich ein Sprecher verhaspelt oder ein Wort nicht sauber ausgesprochen wird, muss die Aufnahme wiederholt werden. Regisseur Sven Schreivogel und der Tontechniker achten auf jede Kleinigkeit. Knackende Stuhllehnen, raschelnde Drehbuchseiten: Solche Störungen werden mit einem Computerprogramm aus der Aufnahme heraus geschnitten.
Zu Hörspielen gehören auch Musik und Hintergrundgeräusche. Solche Töne werden meistens von CDs kopiert. Jetzt geht es daran, Sprache, Musik und Geräusche zu mischen: Dabei bedient der Tontechniker sein Mischpult über Tasten und Schieberegler. Wenn zum Beispiel Penny auf Tina zuläuft, sollte das Geräusch ihrer Schritte immer lauter werden. Obwohl die Sprecherin von Penny auf einem Stuhl sitzt, lässt sich ihre Stimme mit dem PC so verändern, dass es wirkt, als käme Penny immer näher. Die erste Hörspiel-CD wird im Computer gebrannt. Diese CD kommt dann ins sogenannte Presswerk, wo Tausende von Kopien entstehen. Endlich ist es fertig – das „Abenteuer im Spukschloss“!
Fotos: Gerhard Bayer
Juni 2015