Wissen / Reportage

Bunte Welt

Entdecker der Südsee

James Cook war nicht nur Seefahrer und Entdecker. Der Engländer machte sich auch als Forscher und Zeichner genauer Seekarten einen weltweit bekannten Namen.

Wer war James Cook?

In einer Lehmhütte nahe der englischen Hafenstadt Staithes wurde James Cook am 27. Oktober 1728 geboren. Sein Vater war Landarbeiter, die Familie musste mit wenig Geld auskommen. James hatte sieben Geschwister, von denen vier im Kindesalter starben. Mit 34 Jahren heiratete er Elizabeth Batts und hatte mit ihr sechs Kinder.

Warum arbeitete Cook schon als Kind?

James Cooks Eltern waren arm und konnten weder lesen noch schreiben. Ihr Sohn gab sich damit nicht zufrieden: James hütete für eine reiche Frau das Vieh, damit sie ihm das Lesen und Schreiben beibrachte. Später verdiente er sich auch das Geld, um zur Dorfschule gehen zu können. Mit 17 Jahren erlernte James in seiner Heimatstadt den Kaufmannsberuf. Schon bald zog es ihn hinaus aufs Meer: zuerst als Schiffsjunge und Steuermann auf einem Kohlefrachter, später auf Schiffen des englischen Königs. Dort fielen sein Talent und sein Ehrgeiz auf, besonders genaue Karten von Meeren und Küsten zu zeichnen.

Was erkundete Cook auf seinen Reisen?

Zehn Jahre lang war James Cook im Auftrag des englischen Königs auf den Weltmeeren unterwegs. Dabei umrundete er dreimal die Erde. James Cook startete seine Reisen auch, um neues Wissen zu sammeln. So nahm er auch Wissenschaftler und andere Experten mit. Zum Beispiel gelang es dem Sternenkundler Charles Green auf der Insel Tahiti, die Entfernung zwischen Erde und Sonne genauer als jemals zuvor zu berechnen. Der Pflanzenforscher Joseph Banks entdeckte zahlreiche neue Arten. Der Landschaftsmaler John Webber brachte eindrucksvolle Bilder nach England zurück, die in Europa für eine klarere Vorstellung von den Südseeinseln sorgten. James Cook selbst zeichnete Seekarten, die genauer waren als alle bisherigen.

Was war Cooks größter Fehler?

Die Insel Hawaii erreichte James Cook auf seiner letzten Reise. Die Ureinwohner freuten sich zunächst: Sie hielten ihn
für einen Gott, der Glück und Reichtum bringt. Als ein Beiboot seines Schiffes gestohlen wurde, nahm Cook den König gefangen. Das Inselvolk war entsetzt und bedrohte daraufhin die Fremden. Cook verlor die Nerven und schoss um sich. Da stürzten sich die Ureinwohner auf den Seefahrer und erschlugen ihn.
Abbildungen aus dem Band „Abenteuer! Maja Nielsen erzählt. James Cook“ © Gerstenberg Verlag
März 2016