Wissen / Reportage

Bunte Welt

Kinder im alten Ägypten

Rätselhafte Pyramiden, mächtige Pharaonen und Hieroglyphen, die erste Schrift der Welt: All das verbinden die meisten Menschen heute mit der lange vergangenen Welt des alten Ägypten. PRIMAX zeigt euch, wie die ägyptischen Kinder damals gelebt und gespielt, gelernt und gearbeitet haben

Wie lebten Kinder im alten Ägypten?

Bis zum vierten Lebensjahr wurden ägyptische Kinder nur von ihren Müttern und Omas, Tanten und älteren Schwestern umsorgt. In dieser Zeit trugen sie keine Kleidung, sondern blieben nackt. Ob Junge oder Mädchen: Allen wurde der Kopf fast kahl geschoren. Übrig blieb nur eine seitliche Haarlocke, die zum Zopf geflochten war.
Genau wie heute hatten die meisten Kinder Spielzeug, das ihre Eltern selbst bastelten oder kauften: zum Beispiel Bälle, Reifen, Puppen, Kreisel, Tierfiguren aus geschnitztem Holz und Brettspiele. Außerdem trafen sie sich zu Geschicklichkeitsspielen wie Froschhüpfen, Bogenschießen und Tauziehen.

Warum arbeiteten viele Jungen und Mädchen?

Die meisten ägyptischen Familien waren nicht reich genug, um ihre Kinder zur Schule gehen zu lassen. Stattdessen mussten sich diese Töchter und Söhne spätestens mit fünf Jahren auf ihr künftiges Leben vorbereiten: Die Mädchen lernten bei ihrer Mutter, was zur Hausarbeit gehört und wie sie jüngere Geschwister pflegen. Die Jungen halfen dem Vater bei der Arbeit und lernten so dessen Beruf: vor allem Bauer, Fischer oder Handwerker.

Gingen ägyptische Kinder auch zur Schule?

Nur Kinder reicher Eltern und die begabtesten Kinder aus armen Familien besuchten eine Schule. Alle anderen mussten ihren Eltern zu Hause oder im Beruf bei der Arbeit helfen. Die Schulzeit begann im Alter von fünf Jahren und dauerte acht Jahre. Die Schüler lernten lesen, schreiben und rechnen und beschäftigten sich mit Wissenschaften, zum Beispiel mit der Sternenkunde. Es war etwas Besonderes, zur Schule zu gehen: Von 100 Ägyptern konnten damals gerade einmal 4 schreiben.
Fotos: Knesebeck Verlag
März 2014