Wissen / Reportage

Bunte Welt

Das kleine Gespenst

Viele Millionen Kinder auf der ganzen Welt haben die Abenteuer vom kleinen Gespenst schon gelesen und gehört. PRIMAX stellt euch den Mann vor, der sich diese und viele andere Kindergeschichten ausgedacht hat. Außerdem gibt es einen neuen Kinofilm mit dem kleinen Gespenst in der Hauptrolle.

Otfrieds Traum

„Es wimmelt in den Sagen meiner böhmischen Heimat nicht nur von Burgen und Schlössern, sondern auch von Gespenstern, die dort hausen.” So hat Otfried Preußler geschildert, wie er auf die Idee zu einem Kinderbuch über ein kleines Gespenst kam. Als Kind hatte ihm sein Vater Josef auf Wanderungen immer wieder Geschichten von Zauberern, Hexen und Wassermännern erzählt. Auch Großmutter Dora berichtete ihrem Enkel häufig von Sagen mit guten und bösen Gespenstern. Kein Wunder, dass sich Otfried mit zwölf Jahren erste eigene Geschichten ausdachte. Schon als Schüler träumte er davon, Schriftsteller zu werden. Der Zweite Weltkrieg ließ solche Träume zunächst platzen. Mit 26 Jahren heiratete Otfried seine Freundin Annelies. Zwei Jahre danach kam die erste von drei Töchtern zur Welt. Um die Familie ernähren zu können, entschloss sich Otfried, Lehrer zu werden. Während des Studiums arbeitete er als Reporter und schrieb Geschichten fürs Kinderradio. Bei seiner Arbeit als Lehrer unterrichtete er bis zu 50 Schüler. Wenn es in der überfüllten Klasse zu unruhig zum Lernen war, erzählte er Geschichten aus seiner Kindheit, in denen es auch um Gespenster ging. Nach Feierabend schrieb Otfried zu Hause neue Geschichten. 1956, vor 58 Jahren, erschien sein erstes Buch Der kleine Wassermann. Ein Jahr später wurde Die kleine Hexe gedruckt. 1966 kam das Buch Das kleine Gespenst heraus. Auch Der Räuber Hotzenplotz und Krabat gehören zu seinen Geschichten. Insgesamt schrieb er 32 Kinderbücher. Seine Werke wurden in 55 Sprachen übersetzt und rund 50 Millionen Mal verkauft. Im Februar 2013 starb Otfried Preußler, er wurde 89 Jahre alt. Die ersten Arbeiten am neuen Kinofilm „Das kleine Gespenst” hat er noch miterleben können.

Als ein weißes Gespenst schwarz wurde ...

Auf Burg Eulenstein lebt ein Nachtgespenst. Tagsüber schlummert es in einer Truhe. Sobald die Rathausuhr Mitternacht schlägt, erwacht das kleine Gespenst und zieht durch die Straßen der dunklen Stadt Eulenberg. Sein größter Wunsch ist, die Welt einmal bei Tageslicht zu erleben. Da geschieht Ungeheuerliches: Das kleine Gespenst erwacht nicht um Mitternacht, sondern um 12 Uhr mittags. Als Sonnenstrahlen das Nachtgeschöpf treffen, wird es schlagartig pechschwarz. Vor Schreck verirrt sich das kleine Gespenst in den Kanälen unter der Stadt. Wird es jemals in seine Truhe auf dem Dachboden zurückfinden? Wie kann aus dem schwarzen Wesen wieder ein kleines, weißes Gespenst werden? Können ihm Kinder helfen? Darum geht es nicht nur im berühmten Kinderbuch von Otfried Preußler. Das kleine Gespenst ist auch der Titel eines Kinofilms. Mehr Informationen über den Film gibt es im Internet: www.das-kleine-gespenst.de
Fotos: Thienemann Verlag, Universum Film 
Januar 2014