Wissen / Reportage

Bunte Welt

Zu Hause auf dem Mond

Am 21. Juli 1969 geschah es: Vor fast genau 50 Jahren setzte der erste Mensch seine Füße auf die Oberfläche des Mondes. Seit 1972 ist kein Mensch mehr auf diesem natürlichen Satelliten gelandet, der unsere Erde umkreist. Das soll sich möglichst bald ändern: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tüfteln an Mondstationen, in denen Menschen leben und den Mond weiter erforschen können.

Woraus könnte eine Mondstation gebaut werden?

Mit dieser Frage befassen sich auch Expertinnen und Experten der ESA*. ESA ist der Kurzname für die Europäische Weltraumagentur (auf Englisch: European Space Agency), in der sich 22 europäische Staaten zusammengeschlossen haben, um das Weltall zu erforschen. Baumaterial wie Stahlträger oder Ziegelsteine mit Raketen von der Erde zum Mond zu transportieren, das wäre zu teuer und würde zu lange dauern. So kamen die Fachleute auf die Idee, möglichst viele Stoffe zu nutzen, die auf dem Mond vorhanden sind. Dadurch könnten Reisen zum Mond viel günstiger werden. Die gesamte Oberfläche des Mondes ist von einem grauen Staub bedeckt. „Ziegelsteine für eine Mondstation könnten aus Mondstaub bestehen", meint Aidan Cowley von der ESA. „Wir könnten aus diesem Staub solide Blöcke für Straßen und Startplätze herstellen und damit auch Häuser und Laboratorien errichten." Derzeit wird daran getüftelt, wie Astronauten genügend Staub einsammeln und ihn mit speziellen 3-D-Druckern in Baumaterial
verwandeln können.

Mondstaub besteht fast zur Hälfte aus Sauerstoff. Die Aufgabe der Fachleute lautet deshalb: Findet heraus, wie sich daraus Atemluft gewinnen lässt. Durch ferngesteuerte Satelliten wurde auch klar, dass es in der Nähe der beiden Mondpole auf dem Grund von Kratern seit Millionen von Jahren gefrorenes Wasser gibt. Nun soll untersucht werden, ob und wie Astronauten daraus Sauerstoff zum Atmen und Wasser zum Trinken herstellen können. Den Strom für die Mondstation könnte Sonnenenergie liefern. Manche Regionen am Südpol des Mondes liegen fast immer im Sonnenlicht. Deshalb wäre dort ein guter Platz, um Solarzellen aufzustellen und damit das Sonnenlicht in elektrische Energie umzuwandeln.

Ein großes Haus auf dem Mond mit Labor und Wohnräumen!

Was sich nach einem märchenhaften Zukunftsfilm anhört, könnte tatsächlich wahr werden. Fachleute in verschiedenen Ländern arbeiten daran, wie eine solche Mondstation aussehen kann. Dabei gibt es viele technische Probleme zu lösen. Dieses Modell zeigt mehrere Kuppeln zum Arbeiten und Wohnen, die durch Tunnel miteinander verbunden sind. Die Oberfläche des Mondes ist übersät von Kratern. Sie entstehen dadurch, dass Meteoriten, also riesige Steine aus dem Weltraum, mit großer Wucht auf dem Mond aufschlagen.
All diese Pläne sind nur der Anfang. Was zum Bau einer Mondstation erfunden wird, kann nützlich sein, um auch weiter entfernte Himmelskörper zu erreichen und zu erforschen. Menschen auf anderen Planeten und fernen Monden sind vielleicht irgendwann mehr als nur ein spannender Zukunftsfilm im Kino. Überlegt einmal: Würde es euch reizen, in einem Haus irgendwo im Weltall zu wohnen und zu arbeiten?

Fotos: European Space Agency (ESA)
März 2019