Wissen / Reportage

Bunte Welt

Von Rittern und Burgen

Seit rund 500 Jahren ist das Mittelalter vorüber. Doch noch immer interessieren sich viele Kinder und Erwachsene für die Zeit der Ritter und Burgen. Wir zeigen euch Interessantes über das späte Mittelalter.

Sicher hinter Mauern

Ritter, Fürsten und Könige wohnten im Mittelalter in Burgen. Damit sich Angreifer nicht schnell und unbemerkt nähern konnten, wurden die Burgen vor allem auf Hügeln, an steilen Abgründen und im Wasser gebaut. Zusätzlich war jede Burg gesichert: durch eine dicke Ringmauer, einen Burggraben, Schießscharten und Fallgitter an den Toren. Um eine Burg zu erobern, schleuderten Angreifer mit Katapulten Steine und Brandgeschosse über die Burgmauern hinweg. Die Burgbewohner verteidigten sich meistens mit Armbrüsten und Pfeil und Bogen. Oft ließen sie durch Öffnungen im Mauerwerk auch Steine auf die Angreifer fallen und übergossen sie mit Flüssigkeiten. Im späten Mittelalter wurden die Katapulte durch Kanonen ersetzt. Weil sie kleiner als Wurfmaschinen waren, eigneten sich Kanonen auch zum Verteidigen der Burgen. In der Nähe von Burgen entstanden Siedlungen, die später oft zu Städten anwuchsen. Noch heute erinnern daran viele Städtenamen, in denen das Wort „Burg“ oder „Berg“ vorkommt: zum Beispiel Coburg und Nürnberg.

Üben für den Krieg

Zwei Ritter kämpfen miteinander: Doch sie sind keine Feinde und wollen sich auch nicht töten! Turniere waren festliche Schauwettkämpfe zwischen Rittern. Es ging darum, für Kriege zu üben und zugleich die Burgfrauen zu begeistern. Trotzdem kam es immer wieder zu Verletzungen und Todesfällen. Neben Wettbewerben im Stechen und Rennen gab es auch Fußkämpfe. Sieger war, wer den Gegner zu Boden stieß. Durch Ritterfilme ist eine weitere Kampfform am bekanntesten: Auf Pferden reiten die Gegner aufeinander zu und versuchen, sich gegenseitig mit Lanzen aus dem Sattel zu stoßen.

Was ist das für eine silberne Platte auf diesem merkwürdigen Gerät?

Mit Druckerpressen wurde im späten Mittelalter möglich, was es zuvor nicht gab: Flugblätter mit Nachrichten in großer Zahl zu drucken und im Volk zu verteilen. Das ging schneller, als immer wieder das Gleiche zu schreiben. Diese Erfindung war sensationell: Anders als beim schon länger üblichen Druck von Zeichnungen wurden einzelne Buchstaben aus Blei gegossen. Diese Buchstaben konnten in Holzkästen immer wieder neu zu Wörtern zusammengesetzt und mit Farbe auf Papier gepresst werden. Auf diese Weise ließ sich alles so oft drucken, wie man wollte.
Fotos: Landesmuseum Mainz
September 2015