Wissen / Reportage

Bunte Welt

Straßenkinder in Indien (Teil 1)

Sie leben im Schmutz. Viele haben keine Eltern, die sich um sie kümmern. In der indischen Stadt Guwahati kämpfen 20.000 Straßenkinder ums Überleben. Doch es gibt Menschen, die ihnen helfen. PRIMAX reiste in eine der ärmsten Regionen der Welt und besuchte Heime für Straßenkinder. Auch junge Deutsche unterstützen die Mädchen und Jungen dabei, sich auf eine bessere Zukunft vorzubereiten.

Überlebenskampf im Armenviertel

Wenige Meter vom Bahnhof entfernt liegt eines der ärmsten Viertel von Guwahati. Direkt neben den Bahngleisen leben Hunderte von Familien, aber auch viele Straßenkinder, die völlig allein sind. Jeder Tag ist anstrengend! Wasser muss in Eimern vom Bahnhof geholt werden. Beim Geschirrspülen geht man mit dem kostbaren Nass sparsam um. Schmutzige Kleidung kann beim Waschen in Eimern nur einigermaßen sauber werden. Hemden, Hosen und Röcke sollen am Stacheldrahtzaun trocknen. Doch vorbeirauschende Züge wirbeln Staub und Dreck hinein. Auch die Jüngsten werden nur mit kaltem Wasser gewaschen.
Kinder und Erwachsene leben unter Plastikplanen in einfachsten Hütten. Da es kaum Holz gibt, wird Abfall verbrannt, um kleine Mahlzeiten zu erhitzen.

Viele Kinder suchen in Abfallhaufen, die es überall in der Stadt gibt, nach Essbarem. Auch Plastikmüll ist begehrt. Wer möglichst viel in Säcken sammelt, bekommt dafür von Müllhändlern ein paar Rupien. Müllsammeln ist gefährlich: Die Kinder atmen giftige Dämpfe ein, schneiden sich an scharfen Gegenständen und leiden an verschmutzten Wunden, die sich lebensgefährlich entzünden können.

Neustart im Kinderheim

In Guwahati brauchen 200 Kinder ohne Eltern nicht mehr auf der Straße zu leben. In fünf Heimen haben sie ein Zuhause gefunden. Dort bekommen sie nicht nur ein Bett, Essen, Kleidung und die Hilfe von Ärzten. Die Jüngeren werden auf den Unterricht in der Grundschule vorbereitet, die Älteren gehen sofort täglich zur Schule. Wer einen Schulabschluss erreicht hat, wird dabei unterstützt, einen Beruf zu erlernen und irgendwann für sich selbst zu sorgen.

Musik aus Guwahati ...

Hier singen und spielen euch indische Heimkinder ein Willkommenslied vor.

Hilfe für Kinder

Fünf Kinderheime in Guwahati betreiben, dort 200 Mädchen und Jungen versorgen und noch viel mehr Kindern Schulunterricht anbieten: All das kostet viel Geld. Ein Teil davon kommt aus Deutschland von der Stiftung Childaid Network (übersetzt: Netzwerk für Kinderhilfe) aus Königstein im Taunus. Childaid Network sammelt Spenden und unterstützt damit Hilfsprojekte für Kinder und Jugendliche in Nordostindien und anderen asiatischen Ländern. Wenn ihr zusammen mit euren Eltern etwas spenden wollt, findet ihr Informationen dazu im Internet: www.childaid.net
Fotos: redkon GmbH
April 2013