Wissen / Reportage

Bunte Welt

Die Fantasiewelt der Filmprofis

„Fünf Freunde“ kommen ins Kino. Wie bei jedem Spielfilm ist auf der Leinwand vieles zu sehen, was es in Wirklichkeit gar nicht oder nur anders gibt. Filmprofis sind Meister darin, Teile der wahren Welt zu einer neuen Fantasiewelt zusammenzusetzen. PRIMAX schaute bei den Dreharbeiten zu und ließ sich wichtige Tricks zeigen.
Fünf Freunde auf einer Felseninsel mit Leuchtturm im tosenden Meer! Das klingt abenteuerlich, existiert aber nur auf der Kinoleinwand. Was es in Wirklichkeit gibt, ist Burg Randeck in Niederbayern, auf einem Felsen 100 Meter über dem Fluss Altmühl. Viele Szenen wurden auf dem Burghof gedreht. Im Kino ist durch die große Lücke in der Hofmauer das Meer zu se en. Wenn Kinobesuchern diese Illusion schließlich präsentiert wird, liegt viel Arbeit hinter Manfred Döring. Als Szenenbildner hat er für fast alles zu sorgen, was im Bild zu sehen ist: von der Seemannskiste und einem alten Fischkutter bis zur modernen Laboreinrichtung und kompletten Holzhütten.
Wenn Burg Randeck nicht Schauplatz eines Abenteuerfilms ist, bestaunen täglich viele Hundert Touristen die gepflegte Ruine. „Zehn Tage vor den Dreharbeiten begannen wir die Burg zu verwandeln“, berichtet Manfred Döring. Gemeinsam mit 25 Kollegen beseitigte er sämtliche Treppengeländer, Hinweisschilder, Papierkörbe und auch alles andere, was zu einer Touristenburg gehört. Stattdessen wurden Fischernetze, Seemannskisten und unzählige weitere Gegenstände verteilt, die Kinobesucher mit einer alten Seeräuberfestung verbinden.
Durch eine zehn Meter breite Lücke in der Hofmauer ist normalerweise das Altmühltal zu sehen. Was tun? „Wir haben dahinter eine grüne Wand aufgestellt. Am Computer wurde die grüne Fläche durch einen Film mit Meeresbildern ersetzt. Dadurch wirkt es so, als wäre die Ruine auf einer Insel im Meer.“ Nach drei Tagen waren die Dreharbeiten auf Burg Randeck beendet. Fast das gesamte 70-köpfige Filmteam zog zum nächsten Drehort weiter. Nur einige Mitarbeiter von Manfred Döring hatten noch zwischen den Burgmauern zu tun. „Wir brauchten eine Woche, bis Burg Randeck wieder so aussah wie zuvor.“ Inzwischen verwandelte Manfred Döring den Keller einer bayerischen Bierbrauerei in einen Geheimgang. Er rückte mit morschen Stützbalken, alten Backsteinen, Felsstücken, Kisten und Fischernetzen an. „Am Ende sah der Gang ziemlich abenteuerlich aus. Als dann noch die Beleuchter die Szene in ein ganz tolles Licht tauchten, war die Illusion perfekt.“
Das erste Kinoabenteuer der „Fünf Freunde“
Zum ersten Mal verbringen die fünf Freunde ihre Ferien gemeinsam. Am Strand entdecken sie in einer Höhle Aufregendes: Georges Vater, ein Erfinder, soll aus seinem Labor auf der Felseninsel entführt werden. Doch weder die Polizei noch Georges Vater glauben den Kindern. So machen sich die fünf auf die Jagd nach den Gangstern und stoßen auf einen Geheimgang unter dem Meer ...
Vom 26. Januar 2012 an ist der Aben teuerfi lm „Fünf Freunde“ überall in Deutschland in den Kinos zu sehen.
Fotos: Constantin Film Verleih GmbH
Januar 2012