Wissen / Reportage

Welt der Tiere

Im Gondwanaland

Im Zoo Leipzig steht Europas größte Regenwaldhalle. PRIMAX nimmt euch mit auf eine Entdeckungstour durch Gondwanaland. Dort leben exotische Tiere und Pflanzen aus Afrika, Südamerika und Asien unter einem Dach.

Drei Welten unter einem Glasdach

Die Luft ist warm und feucht wie im echten Regenwald. Wer im Pfahlbaudorf startet, den verschlungenen Wegen folgt, Stege überquert und an Riesenblättern vorbeischlüpft, kommt zur großen Hängebrücke. Sie ist der Beginn des Baumwipfelpfades, der in zwölf Meter Höhe den besten Überblick bietet. Die Regenwaldhalle ist so groß wie zwei Fußballfelder und so hoch wie ein Haus mit zwölf Stockwerken. Inmitten der rund 17.000 Pflanzen leben fast 400 Tiere aus 40 Arten. Um sie alle zu beobachten, wäre in freier Natur eine Weltreise nach Afrika, Südamerika und Asien nötig.
Im Gondwanaland sind es nur wenige Meter zu Fuß. Auch auf dem ringförmigen Urwaldfluss Gamanil mit einem zehn Meter hohen Wasserfall lassen sich in Booten die Tiere und Pflanzen am Ufer hautnah erleben. Was auf den vielen Info-Tafeln nicht erklärt wird, können Tierpfleger und Gondwanaführer erzählen.

Dikdik

Das jüngste Dikdik im Gondwanaland ist erst wenige Wochen alt. Es ist noch scheuer als seine Eltern und zeigt sich Besuchern nur ganz kurz. Wenn sich ein Dikdik-Pärchen einmal gefunden hat, bleibt es ein Leben lang zusammen. Die kleinsten Antilopen der Welt bewohnen die trockenen Savannen Afrikas. Mit einer Rückenhöhe von höchstens 45 Zentimetern und einem Körpergewicht von weniger als fünf Kilogrammm werden Dikdiks gerade mal so groß und so schwer wie kleine Hunde. Ihre rüsselartige Nase ist sehr nützlich: Da sie von vielen Adern durchzogen ist, können Dikdiks bei großer Hitze ihr Blut kühlen, indem sie besonders schnell durch die Nase atmen. Nur die Männchen tragen kurze Hörner. Woher haben die Dikdiks ihren Namen? Etwa so klingen die Warnrufe, die sie auf der Flucht vor anderen Tieren von sich geben.

Zwergflusspferd

Sie sind so etwas wie Mini-Ausgaben der großen Flusspferde. Trotzdem werden Zwergflusspferde bis zu 1,80 Meter lang und bis zu 270 Kilogramm schwer, dreimal so viel wie ein kräftiger Mann. Weil Menschen den Lebensraum der Zwergflusspferde immer mehr zerstören, sind diese Tiere vom Aussterben bedroht und kommen nur noch in einigen Wäldern und Sümpfen Westafrikas vor. Als Pflanzenfresser lieben sie Gräser, Farne, Wurzeln, Früchte und Wasserpflanzen. Zum Fressen und Abkühlen halten sich Zwergflusspferde stundenlang im Wasser auf. Trotz des massigen Körpers kommen sie dort gut zurecht: Ihre Zehen sind mit Schwimmhäuten verbunden. Ohren und Nase können sie beim Tauchen verschließen.
Fotos: redkon GmbH
Juli 2012