Wissen / Reportage

Welt der Tiere

Rettung vor dem Aussterben

Wie viele Arten von Tieren und Pflanzen auf der Erde leben, weiß niemand ganz genau. Fachleute schätzen, dass es derzeit zwischen 5 und 9 Millionen Tierarten gibt. Jedes Jahr verschwinden Tausende von ihnen.

Wenn es keine Bienen mehr gäbe,...

... müssten wir nicht nur auf Honig, sondern auch auf viele Obstarten voller lebenswichtiger Vitamine verzichten: zum Beispiel Äpfel, Kirschen, Pfirsiche, Erdbeeren und Himbeeren. Einige Gemüsearten könnten wir überhaupt nicht mehr ernten: So werden Gurken, Erbsen, Bohnen und Kürbisse nur von Bienen bestäubt. Außerdem würden Tomaten, Paprika und Auberginen ohne Bienen sehr viel schlechter wachsen. Viele Blumen und Sträucher würden verschwinden, die sich nur mithilfe von Bienen vermehren.
Unsere Pflanzenwelt wäre weniger vielfältig. Auch das Überleben zahlreicher anderer Tierarten wäre bedroht: Ohne Bienen würden Vögel zu wenige Samen und Beeren finden. Viele Insekten hätten in einer pflanzenarmen Welt nicht genug zu fressen.

Bärchen in Platznot

Werden die Riesenpandas überleben? Die Chancen haben sich in den vergangenen Jahren verbessert. Früher waren Riesenpandas in China weit verbreitet. Dann geschah etwas, was schon für viele Tierarten zum Aussterben führte: Die Menschen zerschnitten den natürlichen Lebensraum der Riesenpandas durch den Bau von Straßen und Eisenbahnen. Und sie rodeten immer mehr Wälder, um Platz zu schaffen für Getreidefelder und Viehweiden. Wilderer sind eine weitere Gefahr. Obwohl die Jagd nach Riesenpandas seit Jahren gesetzlich verboten ist, werden sie immer wieder erschossen oder sterben in Schlingfallen, die für andere Tiere bestimmt sind.

Gejagte Raubkatzen

Tiger brauchen viel Platz und genug Beutetiere zum Jagen. Überall dort, wo sich immer mehr Menschen ansiedeln, wird beides immer weniger. Dieses Problem lässt sich lösen, wenn wir den größten Raubkatzen der Welt ausreichend ungestörten Lebensraum übrig lassen. Vor rund 100 Jahren streiften mehr als 100.000 Tiger durch die Wälder vieler asiatischer Länder. Im Jahre 2009 schätzten Fachleute, dass nur noch 3.200 Tiger in freier Wildbahn leben. Was hat dazu geführt? Die Menschen waren zum Feind geworden: Sie jagten Tiger, um mit dem Fell und den Zähnen Geld zu verdienen. Tigerknochen gelten in China als Heilmittel gegen Krankheiten. Vor allem zerstörten Menschen Wälder, um an Holz und an Flächen für Siedlungen, Öl- und Gasleitungen zu kommen. Wenn Tiger in einem Gebiet nicht gestört werden, sind sie für Menschen keine Gefahr. Sie greifen nur dort Herden von Schafen, Rindern, Ziegen und manchmal auch Menschen an, wo es keine anderen Beutetiere gibt.

Fotos: pixabay.com
April 2019