Wissen / Reportage

Welt der Tiere

Gab es wirklich solche Dinosaurier?

Glaubt ihr uns, dass es Dinosaurier mit Papageienkopf gab? Kennt ihr einen Dino, der auf Bäume klettern konnte? Habt ihr schon von Dinosauriern gehört, die ins Weltall geflogen sind? Haben solche außergewöhnlichen Riesenechsen wirklich auf der Erde gelebt? Oder wollen wir euch nur veräppeln?

Deinonychus

Sieht er mit seinen Krallen nicht furchterregend aus, dieser Deinonychus? Was uns so beeindruckt, war beim Jagen ein nützliches Werkzeug. Mit den Krallen an seinen langen Händen hielt er sich an anderen, auch größeren Dinosauriern fest. So blieb genug Zeit, um die Beute mit den sichelartigen Fußkrallen schwer zu verletzen. Mit nur rund 3 Meter Körpergröße hatte es dieser recht kleine Dinosaurier inmitten der Urzeitriesen nicht leicht. Auch seine kräftigen Kiefer mit insgesamt 70 leicht gebogenen Zähnen halfen ihm dabei, sich beim täglichen Überlebenskampf zu behaupten. Deinonychus lief auf den Hinterbeinen. Um die Krallen beim Rennen nicht unnötig abzunutzen, konnte er sie einziehen. Die Federn an den Armen ähnelten dem Gefieder heutiger Vögel. Damit konnte er zwar nicht über längere Strecken fliegen. Aber wenn dieser Dino mit seinen Armen kräftig schlug, schaffte er es, steile Felswände hinaufzuflattern. Die bisherigen Funde von versteinerten Überresten deuten darauf hin, dass Deinonychus in Gruppen gelebt und auch gemeinsam mit Artgenossen gejagt hat.

Psittacosaurus

Wie kann sich ein kleiner, zierlich gebauter Dinosaurier vor großen, fleischfressenden Dinos schützen? Er muss zum Beispiel schnell rennen können. Genau dafür hatte Psittacosaurus kräftige Hinterbeine. Sein langer Schwanz half ihm dabei, das Gleichgewicht zu halten. Wenn er in Ruhe Pflanzen fraß, waren meistens alle vier Beine am Boden. Ebenfalls als guter Schutz gegen Angreifer dienten die großen und kleinen Schuppen, die den Körper bedeckten. Der Schwanz war auch beim Schwimmen in Seen nützlich: Psittacosaurus setzte ihn als Ruder ein. Die rund 16 Zentimeter langen Borsten entlang des Schwanzes dienten wahrscheinlich dazu, Artgenossen zu beeindrucken. Wie alle Dinosaurier legte auch Psittacosaurus Eier. Direkt nach dem Schlüpfen waren die Mini-Dinos nur 11 bis 13 Zentimeter lang. Forscherinnen und Forscher vermuten, dass mehrere Weibchen ihre Eier in ein gemeinsames Nest legten und dann abwechselnd ausbrüteten.

Maiasaura

Wie kommen Forscherinnen und Forscher dazu, eine Dinosaurier-Art „Gute-Mutter-Echse" zu nennen? Denn das bedeutet Maiasaura auf Deutsch. Diese Dinos waren keine Einzelgänger, sondern lebten in großen Herden zusammen. Die Weibchen bildeten eigene Gruppen und legten ihre Eier sogar zur gleichen Zeit. Dafür errichteten sie Nesthügel aus Lehm, die einen Meter tief und zwei Meter breit waren. Die Mütter bemühten sich sehr um ihren Nachwuchs: Sie verteidigten das Nest gegen Feinde und gaben zunächst den rund 20 Zentimeter hohen Eiern und später den Jungen die lebenswichtige Wärme. Schließlich fütterten sie die Mini-Dinos für längere Zeit. Wahrscheinlich
blieben die jungen Maiasaurier so lange im Nest, bis sie alt genug waren, um selbst auf Futtersuche zu gehen. Die Jungen wuchsen sehr schnell heran. Schon nach zwei Jahren hatten sie eine Länge von drei Metern erreicht. Um an Pflanzennahrung zu kommen, konnten sich Maiasaurier auf ihren starken Hinterbeinen aufrichten. Auffällig war auch ihr Entenschnabel, der mit 2.000 Zähnen ausgestattet war. Maiasaurier konnten Laute ausstoßen: Sobald eine Gefahr drohte, gaben sie Warnrufe von sich, um ihre Artgenossen zu schützen.

Grafiken: moses. Verlag
Dezember 2018