Wissen / Reportage

Welt der Tiere

Wilde Katzen – Das unterscheidet Löwen von Tigern

Löwen und Tiger sind die weltweit größten Katzen. PRIMAX zeigt euch, was bei diesen Raubtieren ähnlich ist und worin sie sich unterscheiden.

Männchen oder Weibchen?

Woran erkennt ihr eigentlich ein Löwenmännchen? An seiner Löwenmähne. Weibchen und jungen Löwen fehlen diese langen Haare rund um den Kopf und die Schultern herum. Ansonsten haben sie das gleiche gelbbraune Fell wie die Männchen. Ob bei Männchen oder bei Weibchen: Der Körper eines Tigers ist immer gelb-schwarz gestreift. Nur die Unterseite ist weiß. Durch das gestreifte Fell sind Tiger im hohen Schilfgras von Sümpfen oder im Bambusdickicht kaum zu entdecken.

Allein oder im Rudel?

Löwen fühlen sich im Rudel wohl. Gemeinsam ziehen bis zu 30 Männchen, Weibchen und Junge umher. Sie leben vor allem im offenen Grasland und in Halbwüsten. Auch um den Nachwuchs kümmern sich Löwen gemeinsam: Die Jungen werden – außer in den ersten acht Wochen – nicht nur von der Mutter, sondern auch von anderen Weibchen behütet und mit Milch versorgt. Tiger sind Einzelgänger. Männchen und Weibchen kommen nur zusammen, um Nachwuchs zu zeugen. Danach kümmert sich ausschließlich die Mutter um ihre Jungen. Meistens wandern Tiger allein in ihrem Revier umher und jagen nach Beute – vor allem in Wäldern. Revier nennt man ein Gebiet, das Tiere gegen Artgenossen verteidigen. Die Reviere von Löwen und Tigern können so weitläufig sein wie eine Großstadt.

Rein ins Wasser oder lieber nicht?

Löwen sind typische Katzen, wenn es ums Wasser geht: Sie sind wasserscheu und keine guten Schwimmer. Vor allem für Löwenmännchen wäre ein Sprung ins Wasser gefährlich: Die Haare ihrer dicken Mähne würden sich voll Wasser saugen und das Tier in die Tiefe ziehen. Tiger können hervorragend schwimmen. Sie durchqueren auch breite Flüsse mühelos. Beim Baden befreien sie sich außerdem von lästigen Insekten im Fell.

Von Natur aus: Raubtiere

Löwen und Tiger sind Raubtiere. Sie ernähren sich zum Beispiel von Antilopen, Gazellen, Büffeln, Ziegen und Wildschweinen. Um später einmal Beute erlegen zu können, beginnen die Jungen schon früh, ihre Krallen und Zähne einzusetzen. Zunächst balgen sie nur spielerisch miteinander, später begleiten sie ihre erwachsenen Artgenossen auf der Jagd und lernen dabei.
Fotos: Gerhard Bayer
März 2015