Wissen / Reportage

Welt der Tiere

Jäger der Meere

Schon seit 400 Millionen Jahren schwimmen Haie durch die Meere, also lange bevor die ersten Saurier aus ihren Eiern schlüpften. Im Aquarium Sea Life in Oberhausen können Haie aus nächster Nähe beobachtet werden: vom neugeborenen oder gerade geschlüpften Baby bis zum ausgewachsenen Jäger.

Welt unter Wasser

Einem Hai in die Augen sehen! Bei einem Besuch des Sea Life in Oberhausen könnt ihr mehr als 20.000 Wasserbewohner in rund 50 Becken erleben – darunter auch Rochen, Seepferdchen, Seewölfe und Seeanemonen. Beim Rundgang durchs Sea Life lernt ihr nicht nur Meerestiere kennen: Die Unterwasserwelt im Kleinen beginnt schon an den Gebirgsquellen des Rheins, folgt dem Lauf des Wassers in die Nordsee und weiter in den Atlantik. Die größte Attraktion bietet das Ozeanbecken: Wer durch den gläsernen Tunnel geht und Fischschwärme nur Zentimeter entfernt an sich vorüberziehen lässt, hat das Gefühl, auf dem Meeresgrund zu sein – ohne Taucheranzug und Sauerstoffflasche. Seit rund einem Jahr gibt es in Oberhausen auch die größte Hai-Aufzucht Deutschlands. Über die Welt unter Wasser informieren nicht nur Texttafeln und Videos. Betreuer beantworten alle Fragen rund um Haie und andere Meeresbewohner. Derzeit gibt es über ganz Deutschland verteilt acht Sea-Life-Aquarien. Mehr Informationen findet ihr im Internet: www.sealife.de

Wie bekommen Haie ihre Jungen?

Haie können auf dreierlei Weise zur Welt kommen. Bei den meisten der weltweit 500 Hai-Arten wachsen die Jungen genau wie bei uns Menschen im Mutterleib heran. Nach einer sogenannten Tragzeit von 6 bis 22 Monaten werden sie als selbstständige Haie geboren. Kreißsaal heißt im Sea Life in Oberhausen ein abgetrennter Bereich im größten Becken. Hier verbringen werdende Haimütter die Zeit bis zur Geburt ihrer Jungen. Durch ein Netz sind sie vor den übrigen Fischen geschützt und haben so ihre Ruhe. Auf dem Bild ist ein Weibchen der Schwarzspitzen-Riffhaie zu sehen.
Direkt nach der Geburt sehen die Jungen schon wie komplette Haie aus. Vom ersten Augenblick an können sie für sich selbst sorgen. Deshalb kommen die kleinen Haie ins Babybecken und können dort gemeinsam mit Jungtieren anderer Fischarten ungestört gefüttert werden und wachsen.
Fast ein Drittel aller Hai-Arten legt Eier. Die meistens länglichen Eier haben an beiden Enden Fäden, die sich an Wasserpflanzen verhaken und so ein Umhertreiben vermeiden. In jedem Ei befindet sich ein Dottersack voller Nährstoffe. Über eine Nabelschnur ernährt sich davon der Embryo, also der winzig kleine Hai, bis er nach 9 bis 12 Monaten groß genug geworden ist und sich durch ein Loch in der Eihülle hinausdrückt. Unsere Bilder zeigen Katzenhai-Eier und ein erst wenige Tage altes Katzenhai-Baby.
Es gibt wenige Hai-Arten, bei denen die Jungtiere schon im Mutterleib aus den Eiern schlüpfen. Dort wachsen die Hai-Babys weiter. Erst dann kommen sie genauso zur Welt wie die Jungen der lebend gebärenden Hai-Arten.

Futter und Wasser

Heringe, Tintenfische, Muscheln, Krebse und Garnelen! All die jungen und erwachsenen, kleinen und großen Haie im Sea Life werden täglich gefüttert. Da kommen große Mengen zusammen, die immer wieder frisch eingekauft werden müssen. Die meisten Hai-Arten sind Räuber und fressen Fische und andere Meerestiere. Ausgerechnet die größten Haie ernähren sich von winzig kleinen Pflanzen und Tieren: Die bis zu 14 Meter langen Walhaie und die 10 Meter langen Riesenhaie filtern mit ihren Kiemen das sogenannte Plankton aus dem Wasser.
Fotos: Gerhard Bayer, Sea Life Deutschland
April 2016