Wissen / Reportage

Welt der Tiere

So eine Affenbande

Sie sehen ganz unterschiedlich aus und haben doch einiges gemeinsam: Paviane und Berberaffen.

Paviane halten es überall aus: in der trockenen Halbwüste, in der Steppe, im Wald und auch im felsigen Bergland. Deshalb sind diese Affen fast in ganz Afrika zu Hause. Paviane leben meistens am Boden. Nur zum Ausruhen und Schlafen klettern sie auf Bäume und Felsklippen. Paviane sind leicht von anderen Affen zu unterscheiden: Sie haben eine lange Schnauze, die an einen Hund erinnert, große Eckzähne und einen fast haarlosen, roten Po. Die Männchen sind deutlich größer und schwerer als die Weibchen. Ältere Pavianmännchen tragen eine gewaltige Mähne an Hals, Schulter und Rücken. Es gibt fünf Pavianarten, die alle ein wenig unterschiedlich aussehen: zum Beispiel Mantelpaviane und Steppenpaviane. Am größten sind die Bärenpaviane, die vom Kopf bis zum Po 115 Zentimeter lang und mehr als 30 Kilogramm schwer werden können.

Wer kümmert sich bei Pavianen um den Nachwuchs? Meistens die Weibchen. Die Neugeborenen klammern sich zunächst am Brustfell der Mutter fest. Warum? Weil sie dort am besten an die Muttermilch kommen. Schon nach wenigen Tagen klettern die Pavianjungen auf den Rücken ihrer Mutter und lassen sich von ihr umhertragen.

Sind Paviane Einzelgänger? Nein, wie alle Affen sind sie sehr gesellig. Zu einer Gruppe können bis zu 250 Tiere gehören, die von einem oder mehreren Männchen angeführt werden. Wie viele Paviane zusammenleben, hängt auch davon ab, wie viel Nahrung es gibt. In einer Halbwüste zum Beispiel finden nur kleine Gruppen ausreichend Futter. Paviane ernähren sich am liebsten von Früchten, Blättern und Wurzeln. Aber wenn es nicht anders geht, fressen sie auch Insekten, Vögel, Hasen und sogar junge Gazellen.

Berberaffen sind die einzigen frei lebenden Affen in Europa. Auf den Felsen von Gibraltar, also an der Südspitze von Spanien, gibt es kleine Gruppen dieser Affen in freier Natur. Die meisten Berberaffen sind jedoch in Nordafrika zu Hause: in Marokko und Algerien. Vom Kopf bis zum Po werden Berberaffen bis zu 75 Zentimeter lang und erreichen ein Gewicht von bis zu 15 Kilogramm. Sie sind also deutlich kleiner und leichter als Paviane. Wie für viele andere Tiere bleibt auch für diese Affen immer weniger Platz zum Leben. Weil die Menschen in Nordafrika seit Langem den Wald abholzen, wurden die Berberaffen nach und nach ins trockene Buschland und in die Berge verdrängt. Obwohl sie nicht empfindlich sind, gibt es heute viel weniger Berberaffen als früher. Mittlerweile sind sie sogar vom Aussterben bedroht.

Können Berberaffen gut klettern? Sogar besonders gut. Deshalb können sie sich auch in hohen Bäumen und auf Felsklippen sicher und schnell fortbewegen. Jeder Berberaffe sucht sich einen Baum aus, auf dem er in jeder Nacht schläft. Das ist möglich, weil die Gruppen nicht umherziehen, sondern immer im selben Gebiet bleiben.

Fressen Berberaffen auch Blätter? Ja, sie mögen vor allem Pflanzen: zum Beispiel Früchte, Kräuter, Knospen und Wurzeln. Da lohnt es sich sogar, nach einem einzelnen Blatt zu angeln. Aber zwischendurch lassen sich diese Affen auch Insekten, Spinnen und Skorpione schmecken.

Fotos: Gerhard Bayer
Juni 2016